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Photovoltaik für das Einfamilienhaus: Das Wichtigste in Kürze

 

  • Eine typische Solaranlage für ein Einfamilienhaus hat eine Leistung von 5 bis 10 kWp.
  • Pro 1000 kWh Jahresverbrauch wird etwa 1 kWp Anlagenleistung benötigt.
  • Eine optimale Ausrichtung und ein Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad sorgen für die besten Erträge.
  • Wärmepumpen erhöhen den Strombedarf deutlich: Eine Wärmepumpe verbraucht bei einem 150-m²-Einfamilienhaus etwa 5250 kWh/Jahr zusätzlich.
  • Ein E-Auto verbraucht bei einer Fahrleistung von 15 000 km pro Jahr rund 2250 bis 3000 kWh zusätzlich.
  • Photovoltaik wird staatlich durch die Einspeisevergütung, aber auch durch zinsgünstige Kredite über die KfW gefördert.

Lohnt sich Photovoltaik für ein Einfamilienhaus?

Die Antwort ist ein klares Ja – und das aus 3 guten Gründen:

  • Zunächst einmal lohnt sich ein Blick auf die langfristige Entwicklung der Strompreise. Diese werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen. Mit einer eigenen Solaranlage machen Sie sich weitgehend unabhängig von dieser Preisentwicklung. Sie produzieren einen Großteil Ihres Stroms selbst und können die Energiekosten damit langfristig kalkulierbar halten. Diese wirtschaftlichen Vorteile gelten übrigens nicht nur für Einfamilienhäuser. Auch Mehrfamilienhäuser profitieren von den langfristigen Kosteneinsparungen durch Photovoltaik.
  • Besonders relevant ist Photovoltaik auch im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Eine ab sofort wirksame Regelung des GEG besagt, dass Neubauten nun zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt werden müssen. Viele Hausbesitzer entscheiden sich daher für eine Wärmepumpe.
  • Da Wärmepumpen wiederum mit Strom betrieben werden, ist die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage sinnvoll. Sie nutzen also die selbst erzeugte Solarenergie für den Betrieb der Wärmepumpe und steigern so Ihre Autarkie. Das schont sowohl die Umwelt als auch Ihr Budget. Die anfänglichen Investitionskosten amortisieren sich durch die eingesparten Stromkosten und die Einspeisevergütung für überschüssigen Solarstrom meist schon nach wenigen Jahren.

 

Wie wird Photovoltaik für das Einfamilienhaus gefördert?

Zu den wichtigsten Solar-Zuschüssen gehören das KfW-Programm, die Einspeisevergütung und steuerliche Vergünstigungen.

→ Das KfW-Programm 270 bietet zinsgünstige Kredite für die Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen. Damit können Sie bis zu 100 % der Investitionskosten abdecken. Außerdem gibt es keinen Mindestbetrag.

→ Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Ihnen für 20 Jahre eine feste Vergütung für den eingespeisten Strom. Je nach Größe Ihrer Anlage und Einspeiseart variieren die Sätze. Für Anlagen mit 10 kWp (Kilowatt Peak) – typisch für Einfamilienhäuser – erhalten Sie bei Teileinspeisung aktuell 7,68 ct/kWh, bei Volleinspeisung 12,47 ct/kWh (Stand: August 2025 – Januar 2026).

→ Zusätzlich profitieren Sie von steuerlichen Erleichterungen bei der Anschaffung. Seit dem 1. Januar 2023 sind PV-Anlagen von der Umsatzsteuer befreit.

 

Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Eine Solaranlage für einen Haushalt von 4 Personen sollte zwischen 5 und 10 kWp an Leistung erbringen. Das ist allerdings nur ein Anhaltswert. Wie groß eine Photovoltaik-Anlage für ein Einfamilienhaus konkret sein sollte, muss immer individuell betrachtet werden.

Als Faustregel zur Dimensionierung einer PV-Anlage gilt:

Pro 1000 kWh Jahresverbrauch benötigen Sie etwa 1 kWp Anlagenleistung.

 

Dazu gibt es noch einige weitere Aspekte, an denen Sie sich für eine grobe Schätzung orientieren können, wenn Sie eine Solaranlage für zu Hause planen. Diese zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Bauliche Gegebenheiten

An erster Stelle steht dabei die verfügbare Dachfläche. Hier geht es nicht nur um die Gesamtfläche, sondern auch um Fenster, Gauben oder Schornsteine, die nicht mit Solarmodulen belegt werden können und daher in die Planung einfließen müssen.

Besonders wichtig für den Ertrag ist zudem die Ausrichtung Ihres Daches. Hier gilt:

  • Die optimale Ausrichtung ist Süden.
  • Auch eine Ost-West-Ausrichtung kann durchaus sinnvoll sein.
  • Der ideale Neigungswinkel liegt zwischen 30 und 40 Grad. So wird von den Modulen über das gesamte Jahr die meiste Sonnenstrahlung aufgenommen.

 

Auch Verschattungen durch Bäume oder Nachbargebäude müssen in die Planung einbezogen werden, da sie den PV-Ertrag deutlich mindern.

Individueller Stromverbrauch

Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht jährlich etwa 4000 kWh Strom, wenn er in einem Einfamilienhaus ohne elektrische Warmwasserbereitung lebt.

In diesem Rahmen sollten Sie sich die Frage stellen, welchen Grad an Autarkie Sie sich wünschen, bzw. welchen Anteil des Stromverbrauchs die PV-Anlage decken soll. Je unabhängiger Sie von externen Stromlieferanten sein möchten, desto größer sollte die Anlage ausfallen. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern.

Möchten Sie einen großen Teil Ihres Strombedarfs selbst decken, ist eine entsprechende Dimensionierung gefragt.

Beispielrechnung: Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus mit 2 Personen?

Ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt verbraucht etwa 3000 kWh Strom pro Jahr. Mit einem modernen Batteriespeicher können Sie heute eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 75 % erreichen.

Hier also die Annahmen für unsere Rechnung im Überblick:

  • Jährlicher Stromverbrauch: 3000 kWh
  • Angestrebte Eigenverbrauchsquote mit Speicher: 75 %
  • Benötigte Gesamtstromerzeugung: 3000 kWh ÷ 0,75 = 4000 kWh pro Jahr

 

In Deutschland erzeugt 1 kWp installierte Leistung im Durchschnitt etwa 1000 kWh Solarstrom pro Jahr. Für unseren 2-Personen-Haushalt bedeutet das eine empfohlene Mindestleistung von 4 kWp. Um Verbrauchsspitzen abzudecken und Reserven für die Zukunft zu haben, zum Beispiel für die Anschaffung einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos, empfiehlt sich eine Anlagengröße von 5 kWp.

 

Schon gewusst?

Die Installation von Photovoltaik auf Einfamilienhäusern erlebt aktuell einen regelrechten Boom: Im Jahr 2023 wurden in Deutschland über eine Million neue Solaranlagen installiert. Laut aktuellen Daten von Statista aus dem Jahr 2024 waren in Deutschland Photovoltaik-Anlagen im Heimsegment, zu dem auch Einfamilienhäuser zählen, mit einer installierten Leistung von 38 Gigawattpeak in Betrieb.

 

Wie viele Solarmodule benötige ich für ein Einfamilienhaus?

Moderne Solarmodule für Einfamilienhäuser haben typischerweise eine Leistung zwischen 400 und 460 Watt Peak (Wp) bei einer Größe von etwa 1,7 bis 2 Quadratmetern pro Modul.

 

Faustformel zur Berechnung:

Für 1 kWp Anlagenleistung benötigen Sie 2 bis 3 Solarmodule. Bei Verwendung von gängigen 420-Watt-Modulen sind es rechnerisch etwa 2,4 Module pro kWp.

 

Praktische Beispiele:

  • 5-kWp-Anlage (typisch für 2-Personen-Haushalt): 11–12 Module auf ca. 25–30 m² Dachfläche
  • 10-kWp-Anlage (typisch für 4-Personen-Haushalt): 22–24 Module auf ca. 45–50 m² Dachfläche

Die benötigte Dachfläche beträgt also etwa 5 m² pro kWp installierter Leistung.

Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe?

 

Bei einer Eigenverbrauchsquote von 75 % benötigen Sie für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe rund 11 000 kWh Jahresstromerzeugung durch Photovoltaik.

Der durchschnittliche Stromverbrauch einer Wärmepumpe liegt bei etwa 30–40 kWh pro Quadratmeter im Jahr. Bei einem Einfamilienhaus von 150 m² ergibt sich damit ein Stromverbrauch von ungefähr 4500 bis 6000 kWh.

Je nach Art der Wärmepumpe kann es hier allerdings beträchtliche Unterschiede geben. Auch die Heizstunden pro Jahr und die JAZ (Jahresarbeitszahl) der Wärmepumpe sind ausschlaggebend.


Hier also die Erweiterung der vorherigen Beispielrechnung für 2 Personen:

  • Grundbedarf Haushalt: 3.000 kWh/Jahr
  • Wärmepumpe für 150 m² Wohnfläche (mittlerer Verbrauch 35 kWh/m²)
  • 150 m² × 35 kWh = 5.250 kWh/Jahr
  • Gesamtstrombedarf: 8.250 kWh/Jahr

Bei einer angestrebten Eigenverbrauchsquote von 75 % ergibt sich:

  • 8.250 kWh ÷ 0,75 = 11.000 kWh benötigte Jahresstromerzeugung

Daher sollte die Photovoltaik-Anlage in diesem Fall eine Leistung von mindestens 11 kWp aufweisen, wenn sie den kompletten Strombedarf decken soll. Um auch hier einen Puffer für schwankende Witterungsbedingungen und zukünftige Bedarfe einzuplanen, empfiehlt sich eine Anlagengröße von 12 bis 13 kWp.

Tipp!

Für einen Haushalt von 4 Personen mit einem Grundbedarf von etwa 4500 kWh/Jahr (Gesamtstrombedarf mit Wärmepumpe: 9750 kWh/Jahr) und wenn der gesamte Stromverbrauch gedeckt werden soll, sollte die Photovoltaik-Anlage für das Einfamilienhaus zwischen 14 und 15 kWp an Leistung erbringen.

Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus mit E-Auto?

Ein E-Auto verbraucht durchschnittlich 15 bis 20 kWh auf 100 Kilometer. Bei einer typischen Fahrleistung von 15 000 km pro Jahr ergeben sich daraus 2250 bis 3000 kWh zusätzlicher Stromverbrauch.

Beispielrechnung für einen 4-Personen-Haushalt:

  • Haushaltsverbrauch: 4000 kWh/Jahr
  • E-Auto (15 000 km): 2500 kWh/Jahr
  • Gesamtverbrauch: 6500 kWh/Jahr

 

Nach der Faustformel (1 kWp pro 1000 kWh) benötigen Sie mindestens 6,5 kWp. Für eine gute Eigenverbrauchsquote mit Speicher empfiehlt sich jedoch eine 8 bis 10 kWp-Anlage.

Als Faustregel gilt: Für 10 000 km Fahrleistung planen Sie etwa 2 kWp zusätzliche PV-Leistung ein.

 

Mit welchen Kosten muss ich für Photovoltaik für ein Einfamilienhaus rechnen?

Die Kosten für Photovoltaik richten sich in erster Linie nach der Leistung der Anlage. Natürlich muss die Solaranlage nicht den gesamten Strombedarf eines Einfamilienhauses decken. Hier ein paar Beispielwerte auch für kleinere PV-Anlagen:

Leistung in kWp

Kosten ohne Speicher

4

7.000 €

7

10.000 €

10

13.000 €


Wünschen Sie eine individuelle Berechnung der Kosten und eine Einschätzung, wie groß die Photovoltaik-Anlage für Ihr Einfamilienhaus sein sollte, lassen Sie sich gerne professionell von uns beraten.

 

Wo liegen die Kosten für Photovoltaik mit Speicher im Einfamilienhaus?

Möchten Sie zu der reinen Solaranlage noch einen Speicher hinzufügen, hängen die Kosten vor allem von der Größe des PV-Speichers ab. Hier sehen Sie eine Übersicht mit Anhaltswerten:

Leistung in kWp

Kosten bei 5 kWh Speicher

Kosten bei 10 kWh Speicher

Kosten bei 15 kWh Speicher

4

9.700 €

11.700 €

13.700 €

7

12.800 €

14.800 €

16.800 €

10

16.000 €

18.000 €

20.000 €



Fazit: Photovoltaik für das Einfamilienhaus

Erneuerbare Energien sind im Kommen. Angesichts immer weiter steigender Strompreise und der gesetzlichen Vorgaben zur Klimaneutralität bis 2045 wird die bundesweite Installation von Photovoltaik voraussichtlich weiter zunehmen.

Die Investition in eine Solaranlage macht Sie unabhängiger von Energieversorgern und trägt aktiv zum Klimaschutz bei. So können Sie einen Großteil Ihres Strombedarfs selbst decken und sich für die Zukunft optimal aufstellen.

Wichtig für den Erfolg ist wie immer die richtige Planung, damit sich die Solaranlage schnell wieder amortisiert. Mit über 10 Jahren Erfahrung helfen wir Ihnen kompetent weiter und finden nach einer individuellen Bedarfsermittlung die optimale Lösung für Ihr Eigenheim.

Wissen

Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine Photovoltaik-Inselanlage für ein Einfamilienhaus?

Eine Photovoltaik-Inselanlage, also ein komplett autarkes System ohne Netzanschluss, ist für die meisten Einfamilienhäuser in Deutschland aus ökonomischer Sicht nicht zu empfehlen. Die notwendigen Batteriespeicher müssten sehr groß dimensioniert werden, um auch längere Schlechtwetterperioden zu überbrücken. Das treibt die Kosten unverhältnismäßig in die Höhe. Sinnvoller ist eine netzgekoppelte Anlage, bei der Sie überschüssigen Strom einspeisen und bei Bedarf Strom aus dem Netz beziehen können.

Funktioniert Photovoltaik auf dem Flachdach eines Einfamilienhauses?

Ja, Photovoltaik ist auch auf Flachdächern sehr gut möglich. Dabei werden die Module mittels einer speziellen Aufständerung im optimalen Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad montiert. Außerdem können die Module auf der Dachfläche optimal nach Süden ausgerichtet werden.

Welchen Stromverbrauch hat ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und Photovoltaik?

Den Gesamtstromverbrauch kann man annähernd wie folgt schätzen:

Grundbedarf eines 4-Personen-Haushalts: ca. 4500 kWh/Jahr

Stromverbrauch der Wärmepumpe (bei 150 m² Wohnfläche): ca. 5250 kWh/Jahr

Gesamtverbrauch: etwa 9750 kWh/Jahr

Mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage kann ein Großteil dieses Bedarfs selbst gedeckt werden. Wie viel Netzstrom Sie dann noch beziehen müssen, hängt von der Leistung der PV-Anlage ab.