Lohnt sich Photovoltaik für ein Einfamilienhaus?
Die Antwort ist
ein klares Ja – und das aus 3 guten Gründen:
- Zunächst einmal lohnt sich ein Blick auf die langfristige Entwicklung der Strompreise. Diese werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weiter steigen. Mit einer eigenen Solaranlage machen Sie sich weitgehend unabhängig von dieser Preisentwicklung. Sie produzieren einen Großteil Ihres Stroms selbst und können die Energiekosten damit langfristig kalkulierbar halten. Diese wirtschaftlichen Vorteile gelten übrigens nicht nur für Einfamilienhäuser. Auch Mehrfamilienhäuser profitieren von den langfristigen Kosteneinsparungen durch Photovoltaik.
- Besonders relevant ist Photovoltaik auch im Kontext des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Eine ab sofort wirksame Regelung des GEG besagt, dass Neubauten nun zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien beheizt werden müssen. Viele Hausbesitzer entscheiden sich daher für eine Wärmepumpe.
- Da Wärmepumpen wiederum mit Strom betrieben werden, ist die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage sinnvoll. Sie nutzen also die selbst erzeugte Solarenergie für den Betrieb der Wärmepumpe und steigern so Ihre Autarkie. Das schont sowohl die Umwelt als auch Ihr Budget. Die anfänglichen Investitionskosten amortisieren sich durch die eingesparten Stromkosten und die Einspeisevergütung für überschüssigen Solarstrom meist schon nach wenigen Jahren.
Wie wird Photovoltaik für das Einfamilienhaus gefördert?
Zu den wichtigsten Solar-Zuschüssen gehören das KfW-Programm, die Einspeisevergütung und steuerliche Vergünstigungen.
→ Das KfW-Programm 270 bietet zinsgünstige Kredite für die Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen. Damit können Sie bis zu 100 % der Investitionskosten abdecken. Außerdem gibt es keinen Mindestbetrag.
→ Die Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Ihnen für 20 Jahre eine feste Vergütung für den eingespeisten Strom. Je nach Größe Ihrer Anlage und Einspeiseart variieren die Sätze. Für Anlagen mit 10 kWp (Kilowatt Peak) – typisch für Einfamilienhäuser – erhalten Sie bei Teileinspeisung aktuell 7,68 ct/kWh, bei Volleinspeisung 12,47 ct/kWh (Stand: August 2025 – Januar 2026).
→ Zusätzlich profitieren Sie von steuerlichen Erleichterungen bei der Anschaffung. Seit dem 1. Januar 2023 sind PV-Anlagen von der Umsatzsteuer befreit.
Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus?
Eine Solaranlage für einen Haushalt von 4 Personen sollte zwischen 5 und 10 kWp an Leistung erbringen. Das ist allerdings nur ein Anhaltswert. Wie groß eine Photovoltaik-Anlage für ein Einfamilienhaus konkret sein sollte, muss immer individuell betrachtet werden.
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Als Faustregel zur Dimensionierung einer PV-Anlage gilt:
Pro 1000 kWh Jahresverbrauch benötigen Sie etwa 1 kWp Anlagenleistung.
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Dazu gibt es noch einige weitere Aspekte, an denen Sie sich für eine grobe Schätzung orientieren können, wenn Sie eine Solaranlage für zu Hause planen. Diese zeigen wir Ihnen im Folgenden.
Bauliche Gegebenheiten
An erster Stelle steht dabei die verfügbare Dachfläche. Hier geht es nicht nur um die Gesamtfläche, sondern auch um Fenster, Gauben oder Schornsteine, die nicht mit Solarmodulen belegt werden können und daher in die Planung einfließen müssen.
Besonders wichtig für den Ertrag ist zudem die Ausrichtung Ihres Daches. Hier gilt:
- Die optimale Ausrichtung ist Süden.
- Auch eine Ost-West-Ausrichtung kann durchaus sinnvoll sein.
- Der ideale Neigungswinkel liegt zwischen 30 und 40 Grad. So wird von den Modulen über das gesamte Jahr die meiste Sonnenstrahlung aufgenommen.
Auch Verschattungen durch Bäume oder Nachbargebäude müssen in die Planung einbezogen werden, da sie den PV-Ertrag deutlich mindern.
Individueller Stromverbrauch
Ein durchschnittlicher 4-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht jährlich etwa 4000 kWh Strom, wenn er in einem Einfamilienhaus ohne elektrische Warmwasserbereitung lebt.
In diesem Rahmen sollten Sie sich die Frage stellen, welchen Grad an Autarkie Sie sich wünschen, bzw. welchen Anteil des Stromverbrauchs die PV-Anlage decken soll. Je unabhängiger Sie von externen Stromlieferanten sein möchten, desto größer sollte die Anlage ausfallen. Mit einem zusätzlichen Batteriespeicher lässt sich der Eigenverbrauchsanteil deutlich steigern.
Möchten Sie einen großen Teil Ihres Strombedarfs selbst decken, ist eine entsprechende Dimensionierung gefragt.
Beispielrechnung: Wie viel Photovoltaik brauche ich für ein Einfamilienhaus mit 2 Personen?
Ein durchschnittlicher 2-Personen-Haushalt verbraucht etwa 3000 kWh Strom pro Jahr. Mit einem modernen Batteriespeicher können Sie heute eine Eigenverbrauchsquote von bis zu 75 % erreichen.
Hier also die Annahmen für unsere Rechnung im Überblick:
- Jährlicher Stromverbrauch: 3000 kWh
- Angestrebte Eigenverbrauchsquote mit Speicher: 75 %
- Benötigte Gesamtstromerzeugung: 3000 kWh ÷ 0,75 = 4000 kWh pro Jahr
In Deutschland erzeugt 1 kWp installierte Leistung im Durchschnitt etwa 1000 kWh Solarstrom pro Jahr. Für unseren 2-Personen-Haushalt bedeutet das eine empfohlene Mindestleistung von 4 kWp. Um Verbrauchsspitzen abzudecken und Reserven für die Zukunft zu haben, zum Beispiel für die Anschaffung einer Wärmepumpe oder eines Elektroautos, empfiehlt sich eine Anlagengröße von 5 kWp.
Wie viele Solarmodule benötige ich für ein Einfamilienhaus?
Moderne Solarmodule für Einfamilienhäuser haben typischerweise eine Leistung zwischen 400 und 460 Watt Peak (Wp) bei einer Größe von etwa 1,7 bis 2 Quadratmetern pro Modul.
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Faustformel zur Berechnung:
Für 1 kWp Anlagenleistung benötigen Sie 2 bis 3 Solarmodule. Bei Verwendung von gängigen 420-Watt-Modulen sind es rechnerisch etwa 2,4 Module pro kWp.
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Praktische Beispiele:
- 5-kWp-Anlage (typisch für 2-Personen-Haushalt): 11–12 Module auf ca. 25–30 m² Dachfläche
- 10-kWp-Anlage (typisch für 4-Personen-Haushalt): 22–24 Module auf ca. 45–50 m² Dachfläche
Die benötigte Dachfläche beträgt also etwa 5 m² pro kWp installierter Leistung.